Prinzipien
Unser Wahlspruch
Die Burschenschaft Donauhort übernahm mit ihrer Gründung den Wahlspruch „Ehre, Freiheit, Vaterland!“, in welchem die Urburschenschaft 1815 ihre politischen Ziele und Ideale zusammenfasste. Letztere sind heute in die Grundsätze der Deutschen Burschenschaft eingearbeitet, zu welchen sich die pennal conservative Burschenschaft Donauhort zu Aschach bekennt.
Der Lebensbund
Wir pflegen das Prinzip des Lebensbundes. Eine Eigenart, die uns von anderen Gruppen und Vereinen unterscheidet. Denn auch nach dem Ende der höheren Schule bzw. des Studiums bleiben wir uns lebenslang durch Freundschaft und Hilfe in einer generationenübergreifenden Gemeinschaft verbunden.
Im Mittelpunkt dieser Gemeinschaft steht der „aktive“ Schüler. Ihm bietet der Bund Orientierungshilfe in der Schule, ein geselliges Miteinander unter Gleichgesinnten sowie freundschaftlichen Rat und Förderung durch die älteren berufstätigen Generationen, durch die so genannten „Alten Herren“.
Die Mensur
Es gibt wenige Themen, die „Außenstehenden“ so schwer zu vermitteln sind, wie das Thema „Fechten“. Wir wollen es dennoch probieren, damit du dir wenigstens ansatzweise ein Bild davon machen kannst:
Wir Donauhorter sind eine „schlagende“ Verbindung, die von ihren Mitgliedern zwei „Pflichtpartien“ verlangt. Wir fechten, gemäß der Linzer Pauk- und Ehrenordnung (LPO), mit dem leichten Säbel auf den freien Oberkörper. Die Klinge dieses Säbels ist stumpf und schartenfrei – dies wird vom Unparteiischen (= „Schiedsrichter“) vor jeder Partie kontrolliert – sowie vorne abgerundet und mindestens einen Finger breit. Stich- und Schnittwunden (Schmisse) können bei dieser Art des Fechtens also unmöglich auftreten. Trefferbereich ist bei uns der Oberkörper. Kopf, Ellenbogen, Hand und Genitalbereich sind ausreichend geschützt. Eine Partie geht über 30 (eine Fuxenpartie über 20) Gänge zu je 6 Sekunden. Während der Übungsstunden wird natürlich mit voller Schutzmontur gefochten – der freie Oberkörper ist nur „auf Mensur“ gefordert.
Wichtig ist, dass niemals „gegen“, sondern immer „mit“ jemandem gefochten wird. Es geht nicht darum, einen Gegner zu besiegen und damit zu gewinnen – es geht nur darum, sich selbst zu überwinden und seine bestmögliche Leistung zu zeigen. (Ein Grundsatz, der heutzutage sehr schwer verstanden wird!) Aus Mensuren entstehen oft Freundschaften, die sehr lange halten. Man ficht übrigens niemals Mensuren mit Bundesbrüdern, sondern immer mit Mitgliedern anderer Verbindungen.
Katholische Verbindungen lehnen das Mensurfechten ab, da die katholische Kirche es lange Zeit mit einem Duell gleichgesetzt hat. (Dies tut sie mittlerweile nicht mehr, kirchenrechtlich ist unsere Art des Fechtens straffrei – zivil- und strafrechtlich sowieso!) Deshalb verstehen sie es meistens auch nicht und erzählen irgendwelche Märchen – deshalb sollte man Fecht-Informationen von MKVern nicht zu ernst nehmen…
Das war nun die graue Theorie zum Thema. Warum machen wir das eigentlich? Nun, die Mensur ist für uns ein Mittel zur Selektion, zur Erziehung, zur Traditionswahrung, zur körperlichen Ertüchtigung, zur Unterscheidung und zur Gemeinschaftsbildung. Ganz schön viel, was? Lass es uns etwas näher erklären:
Selektion
Wenn jemand bei uns aktiv wird, überlegt er sich in der Regel sehr genau, ob er das wirklich will und absolut für die Gemeinschaft einsteht. Bei uns wird man nicht Mitglied aus einer Laune, da man mit der Unterschrift unter das Einsprungsgesuch genau weiß, dass man fechten wird. Fechten kann, unter Umständen, schmerzhaft sein, wenn auch keine bleibenden Schäden verursacht werden.
Man muss übrigens keine übermäßige sportliche Begabung mitbringen, um erfolgreich Mensuren zu fechten – die Fechterei steht auch etwas „stärkeren“ Leuten ohne Probleme offen.
Erziehungsmittel
Wenn man unter Erziehung (so wie wir) Persönlichkeitsbildung versteht, ist das studentische Fechten auf jeden Fall ein Erziehungsmittel im positiven Sinn. Die Erfahrung, einem anderen mit einer (wenn auch ungefährlichen) blanken Waffe gegenüber zu stehen und damit für etwas einzutreten, gibt unglaubliches Selbstbewusstsein weit über den Moment der Mensur hinaus. Das Gefühl, sich überwunden zu haben, ist ein sehr großes. Vergleichbar wäre es vielleicht mit Bungee- oder Fallschirmspringen. Auf die Frage, warum wir dann nicht das stattdessen machen, wird die Antwort weiter unten gegeben.
Körperliche Ertüchtigung
Durch das wöchentliche Pauken wird das technische Können, die Kraft und die Ausdauer der Bundesbrüder gestärkt und geschult. Vor einer Partie wird das Training intensiviert, um eine perfekte Vorbereitung zu garantieren. Du wirst (speziell nach den ersten Übungseinheiten) Muskeln spüren, von denen du noch gar nicht wusstest, dass es sie überhaupt gibt. Die Fechterei trainiert übrigens nicht nur den Arm, sondern den ganzen Körper – deine Fitness profitiert davon ziemlich!
Tradition
Seit unserer Gründung im Jahre 1998 pflegen wir das conservative (=schlagende) Prinzip. Das heißt, dass seit über 20 Jahren jeder Bundesbruder seine Partien gefochten hat. Und genau das ist der Grund, warum wir nicht, wie oben bereits erwähnt, Fallschirmspringen oder sonstige Sportarten ausüben: Das verbindende Element zwischen den älteren und den jüngeren Bundesbrüdern. Der Alte Herr, der die erste Partie eines Fuxen sieht, weiß, was dieser fühlt und denkt und kann ihn so das Gefühl der Bundesbrüderlichkeit spüren lassen.
Unterscheidung
Wir sind anders als die Anderen. Diese Aussage ist völlig wertfrei. Die, die uns nicht verstehen, halten uns deshalb für alles mögliche. Angefangen von idiotisch über brutal und blutrünstig bis einfach nur komisch ist fast alles dabei. Wir sind uns dieses Unterschieds natürlich bewusst. Und wir sind durchaus stolz darauf, nicht mit der Masse zu laufen, sondern gegen den Strom zu schwimmen und anders sein zu können.
Gemeinschaftsfördernd
Jede gemeinsame Tätigkeit fördert den Zusammenhalt einer Gemeinschaft. Natürlich auch eine sportliche Trainingseinheit wie der Paukunterricht. Man hilft sich gegenseitig, gibt sich wichtige Tipps für Verbesserungen, fachsimpelt danach über Fehler und Stärken, … Gerade junge Bundesbrüder hören oft mit großen Augen zu, wenn sich die Älteren über ihre Fechterlebnisse unterhalten.
Gerade das Thema „Fechten“ ist einfacher im persönlichen Gespräch zu erklären, da so besser auf Nachfragen eingegangen werden kann. Außerdem kann man dabei die Fechterei vorführen, wenn man etwas gesehen hat, kann man es sich normalerweise viel besser vorstellen. Also: Schau einfach mal vorbei und lass es dir zeigen!
